Ich konnte meinen Ohren heute morgen kaum glauben als mir
Bernd berichtete, dass Richard Stallman nach Jena kommen würde. Da habe ich mir schon langer Zeit mal gewünscht ihn in Natura erleben zu können, und jetzt scheint es bald soweit zu sein.
Aber halten wir für einen kleinen Moment Inne und fragen uns wer überhaupt dieser gewisse Richard Stallman alias RMS ist. Nun gut, vor langer langer Zeit es muss wohl in den wilden siebziger Jahren gewesen sein, da arbeitete dieser gewisse Herr bei einer nicht ganz unbekannten Hochschule mit dem obskuren Namen
Massachusetts Institute of Technology kurz MIT. Dort erfreute er sich an der Technik der grauen Kisten, den Computern. Weniger unbedingt an den Kisten selber als am Code den diese Maschinen ausführten. Er veränderte z.B. Treiber für Drucker, wenn diese nicht das Taten, was sie sollten. Das war noch möglich, denn zu jener Zeit wurde auch noch der Quellcode eines Programmes mitgegeben. Doch später lieferte diese Firma (ich glaube es war Xerox) jenen Treiberquellcode nicht mehr aus und er ärgerte sich über immer wiederkehrende Papierstaus und dass die Treiber keine Benachrichtung an einen Menschen schickten, der diesen Fehler hätte sofort beseitigen können. Stattdessen lief der Drucker einfach nicht mehr.
Das war wohl einer der Gründe warum Richard anfing sich zu fragen, warum eigentlich nur der maschinen ausführbare Code an die Kunden weitergegeben wurde. Er wunderte sich auch, warum Menschen, die anderen Menschen Programme weitergeben als "Softwarepiraten" bezeichnet werden, da das Teilen und Weitergeben von Sachen nichts negatives ist, sondern mehr eine soziale Komponente beinhaltet. Software unterscheidet sich gravierend von Hardware, wenn man einen Apfel halbiert und eine Hälfte weitergibt, hat man logischerweise nur noch einen halben Apfel. Wenn man Software weitergeben will, muss man nicht Halbieren, um sie weitergeben zu können, man kann eine volle und normalerweise auch verlustfreie Kopie erstellen. Aus einem Apfel kann man nicht einfach zwei machen, obwohl es in Star Trek bereits diese "Hardware" Kopierer ja schon gibt: Replikatoren. Aber bis dahin dauerts noch was ;-)
Daraufhin entwarf Richard Stallman, im Kontrast zum Copyright das Copyleft, welches besagt, dass es immer die Möglichkeit geben muss, Software, also insbesondere Programme, sowie deren Quellcode, weitergeben zu dürfen. Daraus entstanden dann der gcc, emacs und jetzt im Schnelldurchlauf auch Linux. Diese Software wird auch als freie Software bezeichnet ihr Quellcode ist also für Jedermann zugänglich und veränderbar. Ein anderes bekanntes Beispiel ist ebenfalls der Webbrowser Firefox.
Und wer mehr erfahren will über freie Software, Linux und Richard Stallman, der komme am besten selber zu seinen Vorträgen und zwar finden die Vortäge alle im Turm (der Keksrolle) statt mit folgenden Themen:
2008-02-20 18:00 Uhr: Freie-Software-Bewegung und das Betriebssystem GNU/Linux
2008-02-21 11:00 Uhr: Copyright versus Community im Computerzeitalter
Siehe auch
hier
Soviel für heute, gute Nacht!